| Mit Gold, Bedolach-Erz und Schoham-Stein wird die Region Chawila etwas näher charakterisiert. Dennoch ist das nicht mehr als ein Fingerzeig, der aber in vielerlei Richtungen zeigt, da weder eine geografische Eindeutigkeit noch für alle drei Elemente eine begriffliche Eindeutigkeit gegeben ist.
Gold ist wohl das eindeutigste, auch wenn dessen natürliches Vorkommen sicher nicht mehr eindeutig einem konkreten Ort der Region zugeordnet werden kann.
Bedolach (Bdellium) wird gerne als Harz übersetzt, das gelblichen, durchsichtigen Glanz bei gummiartiger Struktur aufweist, wobei diese Lesart nicht zwangsläufig Richtigkeit haben muss. Zumindest unwahrscheinlich wäre es, dies als Bernstein zu verstehen, da dieser der Ostsee zugeordnet werden müsste. Baumbestand, dem man beispielsweise durch Anzapfen Harz entnehmen könnte, was als Medikament, Genuss- oder Betäubungsmittel nutzbar wäre, mag eher zutreffen. Teils werden Vergleiche mit Myrrhe gezogen. Dennoch gibt es auch (wohl häufiger) die Lesart als Erz, was insbesondere in jüdischen Schriften die Vorzugsform ist. Auch die Interpretation als Perle oder gar Kristall (evtl. rötlich leuchtend) findet sich wiederholt. Allerdings sind auch Harze in der Lage perlenförmig zu erstarren und dann milchig weiß zu werden, was nicht zuletzt von Parkinson, einem englischen Botaniker des 16. Jahrhunderts für Bdellium aus Baktrien im ehemaligen Persien so beschrieben wurde. Mittlerweile gibt es auch eine Ortsgründung in Israel, die diesen Namen trägt.
Schoham wird als Edelstein beschrieben, so dass es gerne für Onyx oder manchmal auch für Beryll bzw. Karneol gehalten wird. Es sollen zwei solche Steine auf den Schulterstücken des Priesters Ephod die Erinnerung symbolisiert haben. Mit Schoham verbindet sich der gleichnamige Ort in Israel, der auf historischen Mauern steht. Für die Ortsfindung von Eden ist dies jedoch nicht hilfreich, da hier ganz spekulativ lediglich schon in früher Zeit die gleichnamigen Steine bevorzugt verarbeitet worden sein sollen.
Es gibt Ansätze der symbolischen Interpretation dieser Stoffe, die wiederum vom Anfang des Gottesreichs zum Endzeitpunkt (wie in der Offenbarung des Johannes als neues Jerusalem und dessen Baustoffen bezeichnet) einen Verständnisbogen schlagen. Ob dies zutreffend ist, soll hier außen vor bleiben. Esoterisch-kaballistische Ansätze verstehen wiederum Bedolach als die Mitte des freien Seins (im Kontext an Abrahams Vorfahren vergeben), die wiederum (zulässiger Weise) als Kristall symbolisiert wird und weiterhin eingerahmt wird von Gold auf der einen Seite und dem Gegensatz Silber auf der anderen Seite, auch wenn dies die Textstelle in den gängigen Übersetzungen nicht hergibt. |